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Amy Belle – eine wahre Geschichte

Amy Belle…eine besondere Geschichte, die mir nach wie vor sehr, sehr wichtig ist. Und ich bin mir sicher, dass das letzte Kapitel noch nicht ganz fertig ist…Der Reihe nach:

Die nun folgende Story liest sich vielleicht etwas merkwürdig, weil sie einfach irgendwo “außergewöhnlich” ist. Aber sie ist genauso passiert. Und wenn ich sie für Euch hier und jetzt zusammenfasse, mache ich das mit viel Stolz und Freude, auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie ich mir das gewünscht hätte. Daher ist auch eine Menge Wehmut mit dabei.

Es ist nun rund 8 Jahre her (Stand: Juni 2012), dass die schottische Sängerin Amy Belle in der Londoner Albert Hall vielleicht den Auftritt ihres Lebens hatte. Manche Zufälle brachten sie dazu, in der legendären Halle vor ausverkauftem Haus und in einer insgesamt rund zweieinhalbstündigen Show “I dont want to talk about it” mit Rod Stewart singen zu dürfen. Eine Wahnsinnschance natürlich für eine Musikerin aus Glasgow, die zuvor eigentlich nur als eine von drei Schönheiten in der Mädelsband “Alice Band” und als Straßenmusikerin mit kleineren Auftritten zwischendurch in der britischen Pubszene in Erscheinung getreten war.

Dieser Auftritt mit Rod Stewart wurde von der BBC aufgezeichnet, ging als DVD um die Welt (auf der insgesamt rund 80 Minuten langen DVD fehlt zum Beispiel der sehr britische Auftritt der Abend-Moderatorin Dame Edna völlig, aber alleine wegen Amys tollen Auftritts lohnt sich schon die Anschaffung) und öffnete ihr einige Türen. So nahm sie zum Beispiel in den USA eine CD auf und drehte Videos mit John Shanks.
Auch ich sah irgendwann im Fernsehen dieses Konzert von Rod Stewart – da ich jetzt kein so großer Fan des Schotten mit der Reibeisenstimme bin und war, fand ich es nett. Aber der Auftritt dieser unbekannten mit dem fast zu schönen Namen Amy Belle riss mich vom Hocker. Stewart spielte locker auf der Bühne sein cooles Programm runter, aber diese Newcomerin machte ihre Sache einfach toll. Jeder Zuschauer spürte ihre Nervosität (auf die der Profi natürlich vor dem Auftritt auch noch einmal hinwies) und Amy sang sich einfach in die Herzen der Menschen in der Albert Hall.

Ich war beeindruckt und erinnerte mich einige Monate später beim Kauf der DVD an eben jene Amy Belle. Im Internet fand ich nicht wirklich viel über sie – im “Social Network” dann schon: Sie hatte eine eigene Seite bei Myspace und ich hatte damals den Eindruck, dass sie selber auch hinter dieser Seite stand.
Es war Ende 2007, als ich auf dieser Seite landete und mich durch ihre Blog-Einträge las. Zwischen dem Auftritt in London und der damaligen Zeit waren rund drei Jahre vergangen und in der Karriere von Amy hatte sich nicht viel getan. Die mit so viel Aufwand produzierte CD schlummerte in den Schubladen der Plattenfirma, eine Veröffentlichung war nicht mehr vorgesehen. Und so sang sich Amy weiter durch die Pubs in Schottland und ging bei Wind und Wetter auf Glasgows Straßen, um sich finanziell über Wasser zu halten.
Aus den Blog-Einträgen las ich Frust heraus und meldete mich bei ihr. Irgendwann reagierte sie dann auch, was sie normalerweise nicht tut, wie sie mir später sagte.

Nach einigem Hin-und-Her fällte ich im Januar 2008 die Entscheidung, dass ich versuchen wollte, Amy zu helfen. Ich sprach eine gute Freundin an, die im Bereich Veranstaltungsmanagement arbeitete, schickte ihr per E-Mail den Link zum Amy-Rod-Duett und einen Link zu ein paar Solo-Songs von Miss Belle mit dem Kommentar, “Hör rein, sonst ist unsere Freundschaft beendet.”. Sie schaute sich die Links nicht nur an, sondern genoss offensichtlich, was sie sah und hörte. Einige Minuten später bekam ich eine entsprechend begeisterte Antwortmail – sie hatte vorher natürlich noch nie zuvor von der Existenz einer “Amy Belle” gehört. Innerhalb kurzer Zeit entschieden wir, dass wir im März nach Glasgow düsen wollten, um Amy und ihre Managerin zu treffen.

Das Wochenende in Glasgow war anstrengend, positiv und negativ. Zunächst, Amy war großartig, sehr bemüht, führte uns durch ihre Stadt und ihre Region, war einfach eine wunderbare Gastgeberin. Wir sahen zwei Gigs: Am Freitagabend in einem Pub in Edinburgh und einen Tag später dann in einem Glasgower Pub. Edinburgh war in vielerlei Hinsicht frustrierend. Die Location war zwar ganz gut besucht, aber kaum einer der Gäste interessierte sich offenbar für Amys Musik. Sie spielte sich vorne mit ihrer Gitarre einen Wolf, sang großartig, aber wir “germans” waren der einzige echte Support. Kaum jemand schien ihr wirklich aufmerksam zuzuhören. Sie tranken ihr Bier, standen am Tresen mit dem Rücken zur Musikerin. Genauso sieht “Ignoranz” aus. Amy sagte mir anschließend, das sei “normal”. Es WAR bitter und machte mich schon ziemlich nachdenklich. Zudem passierten in Edinburgh einige Sachen, bei denen ich merkte, dass von dem “Teamwork”, mit dem wir eigentlich das “Unternehmen Amy” angehen wollten, nicht mehr viel übrig war.

Am Samstag spielte Amy Belle dann in Glasgow – ein ganz anderer und wunderbarer Abend. An ihrem Programm und ihrer Musik hatte sich nicht viel geändert. Sie war “gut drauf”, der Pub war rappelvoll, sie hatte spürbar ein “Heimspiel” und wir wurden in diesem Pub von allen Gästen derart herzlich begrüßt, wie ich es vorher noch nirgendwo erlebt hatte. Schottische Gastfreundschaft – großartig. Sogar Ron Wood war da – naja, nicht ganz der echte von den “Stones”, aber ich sage Euch, wenn Ihr vor diesem Typen gestanden hättet, Ihr hättet gedacht…und das lag nicht am Whiskey, der dort natürlich floss, fantastisch schmeckte und nicht die Bohne ins Blut zu gehen schien. Nein, dieser Mensch sah wirklich aus wie Ron Wood – Amy hatte uns vorgewarnt, ein echter falscher Doppelgänger. Amy spielte wie in Edinburgh etwa zwei Stunden mit einigen kleinen Pausen. Musikalisch und stimmlich fantastisch – ein toller Mix aus Coversongs und ihren eigenen Liedern, die sie gerne zurückhielt, wie sie uns sagte. Aber wir hatten sie darin bestärkt, gerade diese eigenen Songs zu spielen, was sie dann auch verstärkt versuchte.

Das Wochenende war dank Amy großartig. Wir verstanden uns prima, einem “Teamwork” stand aus meiner Sicht nichts im Weg. Die “Veranstaltungsmanagerin” sollte sich um Konzerte kümmern. Was den Bereich “Öffentlichkeit” angeht, wollte ich helfen, soweit es meine Zeit erlaubt. Außerdem wollte ich mit meinen Verbindungen versuchen, die Werbetrommel zu rühren. Rund ein Jahr später spielte Amy dann auch ihre ersten kleinen Konzerte in Deutschland – ein Erfolg.

Dass ich mich inzwischen aus der ganzen Geschichte rausgezogen habe, ist meine Entscheidung. Ich habe dafür meine Gründe – wer mich kennt, weiß, dass mir das sehr schwer gefallen ist, weil ich diese Idee ausgeheckt hatte und sehr viel Herzblut darin investiert hatte. Aber manchmal muss man solche Entscheidungen für sich einfach fällen. Ich war und bin immer straight genug und habe das getan.

Ich hatte das alles nur unter der Voraussetzung angeleiert, dass wir als Team gemeinsam an dem “Projekt Amy” arbeiten. Von dem Teamgedanken war dann aber sehr schnell nichts mehr zu spüren, so dass ich mich als Konsequenz nach langer Zeit und viel Geduld aus der Geschichte verabschiedet habe. Trotzdem war jeder meiner Schritte in Sachen “Amy Belle” richtig. Heute spielt sie immer noch vereinzelte Konzerte in Deutschland, ist aber inzwischen auch mit kleiner Band (“The Follies”) in Holland, Schottland und ausgesprochen selten in Deutschland aktiv. Außerdem hat sie einen Song für Miley Cyrus geschrieben und ihr auch noch den Song “Giving you up” überlassen, den sie Jahre zuvor für sich selbst geschrieben hatte. Zudem hat sie sich inzwischen auch wieder mit ihrer früheren Band-Kollegin Audrey Nugent wieder zusammengetan. Unter dem Namen “Nugent & Belle” spielen sie oft in London und Glasgow, zuletzt sogar in Holland, nehmen gerade eine CD auf und haben sogar (Stand Dezember 2012 – wird laufend von mir aktualisiert !) eine kleine Auftrittstour in New York hinter sich.

Ihre Erfolge freuen mich sehr und auch ich bin ein wenig stolz über diese kleinen Schritte nach vorne. “Karriere” ist ihr längst nicht mehr wichtig. Das ist okay, sie hat sich dafür entschieden, Musik nur noch mit “Freude” zu betreiben und nicht mehr mit dem Hintergrund, damit Geld und Millionen zu scheffeln. Mit ihrem Freund lebt sie in London und ich wünsche ihr, dass sie nie wieder den falschen Freunden vertraut…

 

OKTOBER 2013-ERGÄNZUNG UND HINWEIS: BITTE LEST AUCH DIE AKTUELLEN UND NEUEN BERICHTE ÜBER AMY BELLE UND EINEN GRUß AN IHRE FANS HIER AUF DIESEM BLOG! SCHAUT EINFACH IN DER SPALTE RECHTS NACH “AKTUELLEN BEITRÄGEN” !!!! 

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11 Antworten

  1. Jochen FERDINAND

    ….ich bin auf “Amy Belle” gestoßen über eine Suche nach Songs von Rod Stewart bei You tube. Dort fiel mir ein Titel auf mit Amy Belle, der mich neugierig machte, da ich von dieser Sängerin bis dahin noch nichts gehört habe. Meine Begeisterung für ihren Auftritt war derart groß, daß ich mir die DVD kaufte. Der gesamte Inhalt der DVD ist großartig, jedoch der Titel mit Amy Belle einfach faszinierend. Inzwischen habe ich auf Youtube alle ihre Titel angehört. Diese Frau ist eine musikalische und optische Ausnahme.
    Ich wünsche, daß sie nicht in der Versenkung verschwindet und ihren Weg geht. Hoffentlich mit Erfolg. Es ist ihr zu gönnen.

    Juli 28, 2011 um 5:59 nachmittags

  2. Lieber Jochen,

    natürlich kann ich Deine Begeisterung nachvollziehen. Amy ist in der Tat eine tolle Sängerin und eine sehr interessante Frau mit spannender Geschichte und vielen unterschiedlichen Facetten. Der Trip nach Glasgow hat sich damals jedenfalls gelohnt. Es war ein mutiger Schritt, einer relativ unbekannten Sängerin zu helfen, ich hatte Erfolg damit und ich bin stolz darauf, dass durch meine Idee Amy nun in Deutschland vereinzelte Konzerte spielt.

    LG,

    Tom

    Juli 28, 2011 um 11:10 nachmittags

    • Joachim

      geschieht mir selten, dass mir beim hören eines Liedes die Tränen kommen. Amy Belle hat es mit ihrem Auftritt mit Rod Stewart geschafft. Mit das Beste was ich je gehört habe. Einfach nur schön.

      Oktober 12, 2013 um 7:27 nachmittags

      • Lieber Joachim,

        vielen Dank für Deinen netten Kommentar – vielen anderen Musikfans (und uns aus dem “engeren Kreis”) geht es genauso. Ich werde Dein Kompliment an Amy weitergeben. Hoffentlich hast Du auch meinen Eintrag zu ihrer kleinen Tour durch Friesland vor einigen Wochen gelesen. Das ist das Neueste in Sachen Amy.
        Schau Dir bitte auch mal auf Youtube die Clips von “Nugent&Belle” an. Amys neues Projekt mit ihrer Freundin aus alten Alice-Band-Zeiten Audrey Nugent. Die beiden Damen haben sich wieder zusammengetan und machen wunderbare Musik.
        Wir hoffen, dass wir Amy (und vielleicht auch Audrey) schon bald wieder in der Nähe haben und werden es Euch alle wissen lassen. Ich halte Euch da gerne aktuell auf dem Stand der Dinge.
        Bei Rückfragen (zu CD´s oder Autogrammen oder wasweißichwas) meldet Euch gerne. Ich checke meinen Account hier eigentlich täglich.

        LG,

        Tom

        Oktober 12, 2013 um 8:07 nachmittags

      • Joachim

        hallo TomTom, ich habe heute das erste mal von Amy belle gehört. Deshalb hab ich auch nichts von ihrer Tournee etc. gelesen. Ich habe nur beim ersten Hören von ihr gemerkt, dass sie eine ganz grosse Sängerin ist.

        Gruss

        Joachim

        Oktober 12, 2013 um 9:15 nachmittags

  3. Pingback: Vorher – zwischendurch – nachher: Rod Stewart | clownfisch unchained

  4. Erstaunlich, ich hätte hier jetzt mindestens 250 Kommentare erwartet.
    Solltest du Neues wissen, wäre schön, wenn du deinen Beitrag weiterhin auf dem Laufenden hälst.

    August 11, 2013 um 9:49 nachmittags

    • Vielen Dank für den netten Beitrag. Die 250 Kommentare brauche ich gar nicht und ich glaube auch, dass die Leute hier gar nicht so schnell sind mit dem Schreiben. Lieber lesen sie, nehmen zur Kenntnis und “liken” ab und zu, weil es schneller geht.

      Ich hoffe, Du hast meinen aktuellen Beitrag über Amy mit Stand August 2013 gelesen. Mehr weiß ich im Moment auch nicht. Wenn ich die genauen Daten zu den Auftritten in den Niederlanden im September bekomme, werde ich sie hier natürlich posten. LG, Tom

      August 12, 2013 um 9:49 vormittags

  5. peter

    hattest du dich in sie verliebt ???

    Mai 3, 2014 um 9:36 nachmittags

    • Lieber Peter,

      eine heikle, aber durchaus berechtigte Frage bei einer derart attraktiven Sängerin. Hättest DU Dich in sie verliebt ? :-) Aber ich kann Dich beruhigen, soweit ging die Freundschaft dann doch nicht. Allerdings MAG ich Amy sehr und daher habe ich damals sehr viele Dinge in Bewegung zu setzen versucht.

      Mehr ist heute eigentlich dazu gar nicht mehr zu schreiben. Lies mal die AKTUELLEN Artikel zum Thema “Amy” aufmerksam. Dann merkst Du spätestens, dass ich aus diversen Gründen wieder ins Boot gestiegen bin und wir als diesmal anders besetztes und daher funktionierendes Team wieder versuchen, Amy ein wenig zu unterstützen. Das war und ist für mich Grundvoraussetzung, an einer solchen Aktion erneut mitzuwirken. Und das sagt eigentlich noch einmal eine Menge darüber aus, was damals nicht rund lief.

      VG,

      Tom

      Mai 4, 2014 um 1:31 vormittags

  6. Peter Sennekamp

    Hi Amy Belle,
    by accident I saw your song with rod steward. Oh my god, what a voice, please do more, more, more…Peter (I’d write your song if you’d need one)

    Juni 19, 2014 um 12:32 vormittags

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